Mitgliederversammlung der Albrecht Thaer-Gesellschaft (ATG) am 17. Mai 2017 in Celle

Der Direktor der Albrecht-Thaer-Gesellschaft, Fritz Stegen, konnte mehr als 160 Mitglieder und Gäste auf der diesjährigen Mitgliederversammlung der Albrecht-Thaer-Gesellschaft im Veranstaltungszentrum der Congress Union in Celle begrüßen.

Nach den Regularien wurden dreiundzwanzig verdiente Persönlich-keiten aus der Landwirtschaft sowie dem vor- und nachgelagerten Bereich unter großem Beifall der Versammlung neu in die Albrecht-Thaer-Gesellschaft berufen.

Höhepunkt der Veranstaltung war der Festvortrag von Herrn Dr. Hermann Onko Aeikens, Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in Berlin, zum Thema „Welche Landwirtschaft brauchen wir? - Welche Landwirtschaft wollen wir? - Wie wird die Land-wirtschaft von morgen aussehen?“

Die Zukunft der Landwirtschaft und der ländlichen Räume steht aktuell wieder stärker im Fokus gesellschaftlicher Debatten. In Politik und Öffentlichkeit wird gleichermaßen diskutiert, wie die Landwirtschaft der Zukunft aussehen soll. Die Vorschläge reichen von einer industriali-sierten Landwirtschaft, die qualitativ hochwertige homogene Massenware produziert, bis hin zu einer kleinbäuerlichen, vielfältigen Landwirt-schaft, die stärker ökologische und soziale Kriterien bei der Produktion berücksichtigt und ihre Produkte oft lokal vermarktet.

Vor diesem Hintergrund führte Dr. Aeikens aus, dass Albrecht Thaer mit seinem Wirken maßgeblich dazu beigetragen habe, dass ein Quantensprung in der Steigerung der landwirtschaftlichen Erträge möglich wurde. Des Weiteren stellte er fest, dass die Landwirtschaft angesichts der gesellschaftlichen, ökologischen und wirtschaftlichen Herausfor-derungen heute vor einem weiteren Quantensprung stehe.

Nach Meinung von Dr. Aeikens besteht in unserer Gesellschaft ein gewachsenes – auch kritisches – Interesse an Ernährung, Lebensmitteln und wie diese erzeugt werden. Dies sieht er nicht nur als Risiko, sondern auch als eine Chance für die Verankerung der Landwirtschaft in der Mitte der Gesellschaft. Um dies zu erreichen, wird es seiner Meinung nach auch darauf ankommen, dass Politik und Berufsstand in einen offenen Dialog mit den allen gesellschaftlichen Gruppen treten und sich – gerade mit den Mög-lichkeiten der digitalen Kommunikation – erklären.

Dr. Aeikens sieht aktuell Zielkonflikte zwischen Tierschutz, Umweltschutz, Tiergesundheit und Ökonomie, die derzeit nicht in jedem Fall vollständig aufgelöst werden können; dies bedarf nach seiner Meinung der Erörterung. Nach Aussage von Dr. Aeikens muss es das Ziel sein, im Dialog praktikable Lösungen für eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung der Landwirtschaft mit stärkerer Integration der neuen Her-ausforderungen in der Tierhaltung zu erarbeiten. Dabei sieht er die großen Themen „Entwicklung der ländlichen Räume“, „Fortentwicklung der Tierhaltung“ (ökonomisch tragfähig, am Tierwohl orientiert, umwelt-gerecht) sowie „Digitalisierung der Landwirtschaft“ im Fokus der Diskussion. Die Aussagen von Dr. Aeikens stießen auf eine positive Resonanz im Plenum.

Zum Abschluss der Mitgliederversammlung erklärte Herr Stegen, dass er mit Ablauf des heutigen Tages sein Amt als Direktor der Albrecht-Thaer-Gesellschaft aus gesundheitlichen Gründen niederlegen werde. Er bat um Verständnis und erklärte, dass bis zur nächsten Sitzung des Zentralausschusses im Oktober 2017 zunächst sein Vertreter, Herr Rainer Fabel aus Suhlendorf, die Geschäfte kommissarisch führen werde.