Auszeichnung der herausragenden Bachelor-/Masterarbeit 2024/25 durch die Albrecht-Thaer-Gesellschaft Celle e.V. und Alumni e.V. Göttingen

Vortrag Herr Rainer Fabel

Sehr geehrte Damen und Herren,


nach dem bisherigen Festvortrag, den Urkundenverleihungen und Ansprachen der Absolventen möchte ich nun mit Herrn Dr. Möller zur Auszeichnung der herausragenden Bachelor- bzw. Masterarbeit 2024/2025 durch die Albrecht-Thaer-Gesellschaft Celle und den Alumni e.V. Göttingen kommen.


Vorab einige Worte zur ATG, und da mich nicht alle kennen - kurz zu meiner Person. 


Mein Name ist Rainer Fabel. Ich bin Direktor der ATG, begeisterter Landwirt aus Nestau, einem Ortsteil der Gemeinde Suhlendorf, Landkreis Uelzen. Nun bin ich im Unruhestand und der Landwirtschaft nach wie vor sehr verbunden.


Kommen wir zur ATG.


Die ATG wurde aufgrund eines Beschlusses der Vorstände der beiden niedersächsischen Landwirtschaftskammern Hannover und Weser-Ems aus dem Jahre 1952 anlässlich der Feiern zum 200. Geburtstag von Albrecht Daniel Thaer in Celle gegründet. Eines ihrer Ziele ist selbstverständlich, dass wir uns als ATG dem wissenschaftlichen Nachwuchs widmen. Dies haben wir in der Satzung für die Verleihung des Albrecht-Daniel-Thaer Förderpreises festgelegt und mit dem Chapter Agrar des Alumni Göttingen e.V. dann umgesetzt. 
Wir freuen uns, dass es mittlerweile zum 3. Mal möglich ist, Preise zu vergeben. Erstmalig werden wir in diesem Jahr von der VGH finanziell unterstützt, die sich bereit erklärt hat, die jeweilige Fördersumme für den/die Erstplazierte/-n in vollem Umfang zu sponsern.


Kommen wir zurück zu den Preisvergabekriterien:


Prämiert werden originelle Arbeiten. Darunter verstehen wir Arbeiten, die thematisch und qualitativ ungewöhnlich und überdurchschnittlich anspruchsvoll sind. Voraussetzung für das Auswahlverfahren war eine Benotung mit 1,0 bzw. 1,3 mindestens 1,7. Die Prämierung ist keine Wiederholung der sehr guten akademischen Bewertung, sondern weitere „weiche“ Kriterien werden hinzugezogen, die allein oder zusammen erfüllt sein müssen:


Die originellste Masterarbeit soll eine besondere Bedeutung für Wissenschaft oder Praxis haben, wobei Praxis hier für die gesamte Breite der Agrarwirtschaft steht.
Die originellste Bachelorarbeit soll dagegen einen besonderen Bezug zur landwirtschaftlichen Praxis haben. Ergänzend der Hinweis, dass die ATG den Erstplatzierten die Gelegenheit gibt, auf der nächsten Mitgliederversammlung am 07.05.2026 einen Kurzvortrag zu halten. 

Die uns zur Bewertung vorgelegten Arbeiten waren jede für sich besonders und vorab erlaube ich mir den Hinweis, dass mich die Themenvielfalt begeistert hat. Jede Arbeit überzeugte mit ihren wissenschaftlichen Überlegungen und den fundierten Begründungen. Ganz besonders waren die Gremiumsmitglieder von der oftmals hohen Aktualität und Bedeutung für die Landwirtschaft überrascht.


Mit Herrn Dr. Möller ist abgesprochen, dass er die Bachelorarbeiten vorstellt und ich nun die Preisträger im Bereich Masterarbeiten.


Kommen wir nun zu den mit Spannung erwarteten Preisträgern. Zur Auswahl standen 64 Arbeiten. Zweitplatzierter ist bei einem Preisgeld von 300 € Herr Aaron Benjamin Korte mit dem Thema:

Modelling the effects of climate change and different tillage practices on organic carbon in arable soils using RothC: examples from Lower Saxony

Modellierung der Auswirkungen des Klimawandels und unterschiedlicher Bodenbearbeitungspraktiken auf organischen Kohlenstoff in Ackerböden mittels RothC: Beispiele aus Niedersachsen


Die Einführung konservierender Bewirtschaftungsmethoden wie Direktsaat oder Zwischenfruchtanbau verbessert nachweislich die Kohlenstoffbindung in landwirtschaftlichen Böden, senkt dadurch den atmosphärischen CO₂-Gehalt und fördert die Anreicherung von organischem Kohlenstoff im Boden (SOC). 
Daher wird die Bindung von organischem Kohlenstoff auf Ackerland als Strategie zur Eindämmung des Klimawandels vorgeschlagen.


Ein Zukunftsthema, das über die Nutzung schon vorhandener Daten handwerklich sehr gut bearbeitet wurde. 


Kommen wir zur nächsten, in diesem Fall Preisträgerin. Ebenfalls Zweitplatzierte ist Frau Lea Pichler. Das Thema lautet: 

Anpassung und Potentialanalyse eines neuartigen SWIR-Spektrometers zur Ableitung von Pflanzenparametern

Diese sehr strukturierte Masterarbeit beschäftigt sich mit einem low-cost Spektrometers, einem Messgerät zur Analyse von kurzwelligem Infrarotlicht. Diese praxisbezogene Arbeit hat das Gremium unter anderem deswegen begeistert, als Hinweise zur Verbesserung des Produkts und damit Nutzen für Käufer herausgearbeitet wurden. Die Arbeit zeigt, dass Forschung und Praxis sich hervorragend ergänzen können. 

Und nun habe ich die Ehre, Ihnen die Erstplatzierte zu nennen: Ein Preisgeld von in diesem Jahr 1.000 € erhält Frau Leya Fröhlich für folgendes Thema:
Effect of Nitrogen Fertilization on the Agronomic Traits and Nitrogen Use Efficiency of Potatoes in Northern Germany

Einfluss der Stickstoffdüngung auf die agronomischen Eigenschaften und die Stickstoffeffizienz von Kartoffeln in Norddeutschland

 

Diese Arbeit hat das Gremium überzeugt, weil sie in besonderem Maße eine unmittelbare Verwertbarkeit in der Praxis hat.  
Bislang lagen nur begrenzte Felddaten zur Optimierung von Düngestrategien für Stärkekartoffeln vor. Im Feldversuch wurde im Split-Plot-Design mit drei Düngestufen (N0: ungedüngte Kontrolle, N1: 120 kg N ha) durchgeführt.−1, N2: 160 kg N ha−1) und vier Wiederholungen pro Behandlung; verschiedene Sorten gepflanzt. Alle Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung sortenspezifischer Düngestrategien zur Optimierung der Stickstoffeffizienz und Minimierung von Umweltschäden. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine reduzierte Stickstoffdüngung nicht zwangsläufig zu Ertrags- oder Knollenqualitätseinbußen führt. Überzeugend herausgearbeitet wurden diese Wechselwirkungen der Parameter von Frau Fröhlich und geben wertvolle Hinweise für die Praxis – ganz im Sinne unserer Prämierungsskriterien!

Von den Preisträgern ist derzeit leider nur Frau Pichler anwesend, die ich bitten darf, nach vorne zu kommen. Die anderen beiden Preisträger erhalten die Urkunde auf dem Postwege, und wir hoffen, im nächsten Jahr auf unserer Mitgliederversammlung Frau Fröhlich begrüßen zu können.